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Naturgips im harz

Erfahren Sie alles über die gipsvorkommen im harz

Hier geht es um die Abbaugebiete im Südharz

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Aktuell wird im thüringischen Harz von drei Firmen Gips abgebaut: Knauf, CASEA sowie Saint-Gobain Formula. Die folgende Tabelle zeigt die Abbaufelder, die abbauende Firma, die Größe, die Gipsart (siehe auch Frage A.1) sowie die verbleibende Reichweite des noch vorhandenen und bewilligten Gipses.

Die genehmigten Flächen sind in spätestens 25 Jahren verbraucht. Ohne eine Erweiterung der derzeitigen Abbauvorkommen sind die Gips-Standorte der Region gefährdet. Die Firma CASEA plant deshalb seit langem ein zusätzliches Abbaugebiet von ca. 18 ha Größe innerhalb der Abbaufläche des BWEs „Rüdigsdorf/Winkelberg“ (Fläche außerhalb NSG, Abbauprodukt: Gips).

Ja, bezüglich eines zusätzlichen Abbaugebietes innerhalb der Abbaufläche des BWEs „Rüdigsdorf/Winkelberg“.

Diese im „Gipskompromiss“ von 1997 ausgewiesene Teilfläche von 18 ha der insgesamt 42 ha Bergwerkseigentum wurde in Abstimmung mit dem Thüringer Ministerium f. Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt für eine Gipsgewinnung einvernehmlich vorgesehen (Auszug aus dem bewilligenden Schreiben des Ministeriums vom 19.3.97: „Die konkrete Abgrenzung der für eine Gipsgewinnung vorgesehenen Fläche im Bereich des Bergwerkseigentums Winkelberg wird in der vereinbarten Größenordnung von ca. 18 ha Fläche im Rahmen einer gemeinsamen Gelände-begehung durch die zuständigen Behörden unter Beteiligung von Vertretern der Fa. Heidelberg Zement AG am 10.3.1997 festgelegt.“).
Im Gegenzug wurde auf eine Gewinnung in den restlichen 24 ha seitens des damaligen Eigentü-mers Heidelberger Zement verzichtet. Diese Einigung war die Grundlage der nachfolgenden Ausweisung des Naturschutzgebietes „Rüdigsdorfer Schweiz“. Die potentielle Abbaumenge pro Jahr beträgt 80.000-100.000 Tonnen pro Jahr. Die Fläche würde für ca. 50 Jahre Abbau reichen.

Andere verfügbare Lagerstätten der CASEA (siehe Tabelle oben: Ellrich Süd) können aufgrund der dort anderen bzw. wesentlich geringeren Qualitäten bzw. Mengen der Rohstoffe zur Rohstoffversorgung des Spezialgipswerkes Ellrich nach der Erschöpfung der Lagerstätte im Bergwerkseigentumsfeld Appenrode/Rüsselsee nicht bzw. nur sehr eingeschränkt und allenfalls partiell und vorübergehend genutzt werden. Sie können die Lagerstätte Rüdigsdorf/Winkelberg aber nicht ersetzen. Ohne die Nutzung dieser Lagerstätte wären Fortführung und Erhalt des Werkes in Ellrich gefährdet.

Die Firma Knauf plant keine Erweiterung der Gips-Rohstoffbasis, da die Versorgungslage aufgrund des im Rahmenbetriebsplan für das Gebiet „Stempeda/Alter Stolberg“ bewilligten Abbaus langfristig gesichert erscheint. Allerdings befasst sich Knauf mit einem möglichen Flächentausch. Dieser sieht vor, genehmigte Bergwerkseigentumsflächen mit angrenzenden ebenfalls gipshöffigen Flächen (25 ha) auszutauschen. Vorteile des angedachten Tausches liegen insbesondere darin, dass durch den Tausch geringere Auswirkungen auf den Naturhaushalt dargestellt werden können.

Die folgende Tabelle zeigt weitere Optionsgebiete für den Gipsabbau mit den wichtigsten Rahmendaten:

 

Tabelle Abbauflächen Genehmigungsverfahren

Die Firma Knauf besitzt keine weiteren bergbaulichen Berechtsamkeiten im Thüringer Südharz.

Formula plant einen untertägigen Abbau im Bereich Günzdorf. Ein Hauptbetriebsplan wurde noch nicht bei den zuständigen Behörden eingereicht. Nach Erteilung der Genehmigung wird Formula innerhalb von drei Jahren mit den Arbeiten beginnen. Zuerst müssen vorbereitende Arbeiten, wie die Zuwegung oder die Errichtung des Stollenmundlochs, erledigt werden. Erst danach wird mit dem eigentlichen Gipsabbau begonnen. Aktuell wird von einer Jahresproduktion in Höhe von 20.000 bis 25.000 Tonnen Gips ausgegangen.

Der momentan in Planung befindliche Hauptbetriebsplan sieht einen Kammer-Pfeiler-Bau vor. Ebenfalls sieht dieser Hauptbetriebsplan während seiner Laufzeit von zehn Jahren einen Abbau in mindestens 44 Meter unter der Erdoberfläche vor. Pfeiler aus Gipsgestein bleiben in den einzelnen Sohlen stehen und gewährleisten die Stabilität der Hohlräume.

Keine der potenziellen Abfuhrtrassen führt durch den Ort Neustadt. Im Rahmen des Abbaus werden sogar Wege und Brücken auf Kosten des Unternehmens ausgebaut. Lärm- und Staubelastung werden auf ein Minimum reduziert.

Die oberirdische Betriebsfläche wird 0,25 Hektar einnehmen. Dort wird keine Aufbereitung oder Verarbeitung des Gipsmaterials stattfinden. Das Gestein wird dort lediglich verladen. An der Oberfläche werden sich u. a. die Zuwegung, das Stollenmundloch, die Lagerung des Gesteins sowie Betriebscontainer etwa für Stromaggregate oder Sanitäreinrichtungen befinden. Die Übertageanlage wird somit auf Minimum reduziert, die Landschaft bleibt unberührt. Ein Gutachten hat dem geplanten Untertageabbau bereits die FFH-Verträglichkeit attestiert.

Nach Ende des Abbaus werden die Hohlräume nicht verfüllt. Ein gebirgsmechanisches sowie ein hydrogeologisches Gutachten bestätigen die Gebirgsstabilität. Das Bergwerk wird demnach nicht mit ortsfremden Materialen verfüllt und eine Nutzung als Deponie wird gänzlich ausgeschlossen. Formula stellt auch nach dem Abbau die ständige Überwachung des Gebietes sicher. Sollten sich – entgegen der Gutachten – Änderungen an der Gebirgsstabilität ergeben, wird Formula darauf entsprechend reagieren.

Da Formula plant nicht selbst abzubauen, wurden bereits Vorgespräche mit regional ansässigen Fachfirmen geführt. Das Unternehmen ist stets darauf bedacht, die Beschäftigung in der Region zu fördern und setzt deshalb auch bei aktuellen Projekten auf Fachkräfte aus der Region. Bei diesen Firmen können durch den Untertageabbau neue Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen.

Formula hat sich für einen Untertageabbau bei Günzdorf entschieden, um die Landschaft zu schützen. Dadurch verzichtet das Unternehmen auf 50 Prozent des gewinnbares Gipsgesteins.

Erklärtes Ziel Formulas ist es, die Bevölkerung über geplante Vorhaben umfassend zu informieren. In einem Beteiligungsprozess soll dafür der Dialog mit der Bevölkerung gesucht werden, um gemeinsam Wege und Lösungen zu entwickeln, die für alle vertretbar sind.

Grundsätzlich ist der untertägige Gipsabbau nur in den seltensten Fällen möglich. Dieser erfordert ein stabiles Deckgebirge.

 

Der Gips in der Lagerstätte „Alter Stolberg“ liegt mit einer Mächtigkeit von 5 bis 25 m ausschließlich oberflächennah an. Das bedeutet, es gibt kein tragfähiges Deckgebirge über dem gewinnbaren Gipshorizont. Eine sichere Gewinnung des Gipses mit einem tragfähigen Kammer-Pfeiler-Abbau ist folglich hier nicht möglich.

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Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe

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